Das Versprechen der Rürup-Rente: Zahlen, die nicht passen
Die Rürup-Rente wird dir von Finanzmaklern als die Geheimwaffe des unabhängigen Unternehmers verkauft. 'Steuern sparen, Rente sichern, unabhängig sein' - das ist der Pitch. Und ja, es gibt Wahrheit darin. Aber auch viel Marketing. Die Realität für GGF ist: Rürup ist oft überflüssig, wenn du andere Optionen hast.
Zunächst: Was ist Rürup? Es ist eine Privatrente mit hohen Steuersparvorteil in der Ansparphase. Du zahlt 27.565 Euro (Stand 2024) pro Jahr ein, und davon sind 94% Sonderausgaben, die du vom Einkommen abziehen kannst. Das spart dir etwa 40% Steuern auf deine Einzahlung. Das klingt großartig. Aber: Das Geld ist danach gebunden - bis zur Rente. Du kommst nicht dran, wenn du einen Notfall hast. Und die Rente, die du später bekommst, wird volle Einkommensteuer zahlen - im Alter, wenn dein Steuersatz vielleicht nicht niedrig ist.
Das echte Problem: Rendite unter dem Marktzins
Rürup-Versicherungen sind Versicherungen. Sie bieten Sicherheit, aber nicht Rendite. Die durchschnittliche Rendite von Rürup-Verträgen liegt bei 1,5-2,5% pro Jahr. ETFs erwirtschaften langfristig 7-9%. Das ist ein Unterschied von Faktor 3-4. Über 30 Jahre wird aus 100.000 Euro bei 2% etwa 180.000 Euro. Bei 8% wird es 1 Million Euro. Die Rürup-Rente sichert dich ab, macht dich aber nicht reich.
Für wen Rürup trotzdem Sinn macht
Es gibt Szenarien, wo Rürup sinnvoll ist: (1) Du verdienst sehr viel und brauchst eine sofortige aggressive Steuerreduktion. (2) Du brauchst psychologische Sicherheit - du willst nicht auf Sparraten verzichten, und Rürup zwingt dich zu diszipliniertem Sparen. (3) Du bist junge und willst eine lange Ansparphase nutzen. Aber auch dann: Prüf die Alternativen.
Vor allem für GGF gilt: Du hast bessere Optionen! Betriebliche Altersversorgung (bAV) spart dir mehr Steuern und ist flexibler. ETF-Sparpläne geben dir bessere Rendite. Eine Kombination aus bAV + ETF ist für die meisten GGF besser als bAV + Rürup.
Das Rürup-Schacherspiel: Nicht alle Tarife sind gleich
Falls du dich für Rürup entscheidest: Lass dich nicht blenden. Klassische Rürup-Versicherungen mit Garantiezins sind derzeit sehr unattraktiv (Garantien sind minimal). Index-Rürup oder Fonds-gebundene Rürup sind besser - aber trotzdem gebunden. Die Gebühren sind oft versteckt und höher als bei ETFs.
Die ehrliche Conclusion
Meine Empfehlung: Ignorier Rürup als Hauptsäule. Nutze bAV, um Steuern zu sparen (bis 60.000 Euro pro Jahr). Investier den Rest in ETF-Sparpläne, wo du Rendite und Flexibilität hast. Wenn du noch mehr Steuerersparnis brauchst, können 5.000-10.000 Euro in Rürup sinnvoll sein - aber nicht mehr. Es ist eine Ergänzung, keine Strategie.
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