PKV, bKV & Gesundheit
PKV, bKV & Gesundheit3 Min. Lesezeit

PKV fuer Geschaeftsfuehrer: Wann lohnt sich der Wechsel aus der GKV?

Als Geschaeftsfuehrer entscheidest du selbst ueber deine Krankenversicherung. Erfahre, wann ein PKV-Wechsel wirtschaftlich sinnvoll ist und was du beachten musst.

Die Gruendung deiner eigenen GmbH eroeffnet dir neue Moeglichkeiten - und eine davon betrifft deine Krankenversicherung. Als Geschaeftsfuehrer bist du von der Versicherungspflicht in der GKV befreit und kannst dich fuer die Private Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Aber lohnt sich das wirklich? Und wann solltest du diesen Schritt ernsthaft in Betracht ziehen? Diese Fragen stellen sich tausende Gruender und Unternehmer jedes Jahr - und die Antwort ist nicht immer eindeutig.

Das Spannende an der PKV ist: Sie bietet dir enorme Flexibilitaet und oft erhebliche Kostenersparnisse. Gleichzeitig gibt es Fallen und Faktoren, die du unbedingt verstehen musst, bevor du wechselst. Denn eine Rueckkehr zur GKV ist zwar moeglich, aber deutlich schwieriger als der Weg dorthin.

Warum PKV fuer GGF interessant ist: Die drei grossen Vorteile

Der erste Vorteil ist die Beitragskalkulation. In der PKV zahlst du Praemien basierend auf deinem individuellen Risikoprofil - nicht als Prozentsatz deines Einkommens wie in der GKV. Das bedeutet: Verdienst du weniger als dein angestellter Bruder, zahlst du trotzdem moeglicherweise den gleichen Beitrag, wenn euer Gesundheitszustand aehnlich ist. Umgekehrt zahlt ein 50-jaehriger GGF moeglicherweise mehr, als er in der GKV mit hohem Einkommen zahlen wuerde.

Der zweite Vorteil ist die Leistungsqualitaet. PKV-Versicherungen bieten oft bessere Leistungen: Chefarztbehandlung, private Zimmer, modernere Therapien und schnellere Termine sind Standard - nicht teure Zusatzoptionen. Du kannst deine Absicherung exakt auf deine Beduerfnisse zuschneiden.

Der dritte Vorteil betrifft die Gestaltungsfreiheit. In der GKV sind die Leistungen fuer alle gleich. In der PKV kannst du waehlen: Selbstbeteiligung variabel gestalten, Zahnleistungen dazunehmen oder auch sparen, Heilpraktiker einschliessen - oder auch nicht. Du hast Kontrolle.

Die kritische Frage: Ist dein Einkommen stabil genug?

Hier wird es ernsthaft: PKV-Beitraege sind tariflich festgelegt und koennen nicht einfach gesenkt werden. Wenn dein Geschaeft in schwierige Zeiten geraet - Konjunkturkrise, Brancheneinbruch, persoenliche Umstaende - sind die Versicherungsbeitraege trotzdem faellig. In der GKV wuerde dein Beitrag sinken, wenn dein Einkommen sinkt. In der PKV nicht.

Eine solide finanzielle Basis ist also keine Option, sondern eine Voraussetzung. Wenn du noch wenige Jahre im Geschaeft bist, die Gewinne volatil sind oder du in einer unsicheren Branche taetig bist, solltest du diese Entscheidung sehr gruendlich durchdenken - oder vielleicht ganz lassen.

Das Alter und die langfristigen Kosten: Nicht ignorieren!

PKV-Praemien steigen mit zunehmendem Alter und mit den Kosten des Gesundheitssystems. Das ist voellig normal und zu erwarten. Aber es gibt einen kritischen Punkt: Mit 55, 60 oder 65 Jahren koennen deine Praemien deutlich hoeher sein als frueher. Manche GGF zahlen in ihren 60ern das 2-3-fache ihres frueheren Beitrags. Das ist nicht zu unterschaetzen.

Die GKV dagegen hat einen Risikostrukturausgleich: Junge, gesunde Menschen subventionieren aeltere und kranke Menschen. Das ist ein Solidarsystem. In der PKV bist du es, der spaeter hoehere Beitraege zahlt, weil du aelter bist. Das ist das Geschaeftsmodell.

Wann solltest du tatsaechlich wechseln?

Ein PKV-Wechsel ist attraktiv, wenn dein GKV-Beitragssatz in der GmbH ueber 15 Prozent liegt (Arbeitnehmer + Arbeitgeber zusammen) und dein Einkommen stabil ueber 70.000 Euro pro Jahr liegt. Je juenger und gesuender du bist, desto besser. Ein 35-jaehriger, kerngesunder GGF mit stabilen Gewinnen? Das ist ein ideales Profil fuer PKV. Ein 58-jaehriger mit chronischen Erkrankungen? Das ist deutlich weniger attraktiv.

Auch solltest du ueberlegen: Planst du, die GmbH in 10, 15 oder 20 Jahren zu behalten? Oder moechtest du verkaufen oder schliessen? Deine Lebenssituation und Zukunftsplaene spielen eine Rolle.

Die finanzielle Rechnung: Beispiel

Angenommen, dein Geschaeft laeuft gut und du verdienst 120.000 Euro pro Jahr als GGF. In der GKV zahlst du etwa 8 Prozent deines Einkommens als Beitrag, also ca. 9.600 Euro pro Jahr. Mit Arbeitgeber-Zuschuss (die GmbH zahlt auch) sind es insgesamt ca. 15 Prozent, also etwa 18.000 Euro - bezahlt aus der Firmenkasse.

In der PKV zahlst du als 40-Jaehriger mit guter Gesundheit moeglicherweise nur 200-300 Euro pro Monat, also 2.400-3.600 Euro pro Jahr. Ersparnis: deutlich ueber 50 Prozent. Aber: Mit 60 koennten diese Beitraege auf 400-500 Euro pro Monat steigen. Die langfristige Rechnung ist komplexer als sie anfangs aussieht.

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