Ein Kind kommt - Freude, Gluck, Aufregung. Und dann stellst du fest: Ich bin GGF in PKV-Versicherung. Wenn ich in Elternzeit gehe, was passiert mit meiner Versicherung?
Das ist eine wichtige Frage, und viele GGF-Paare machen Fehler, die spaeter zu Luecken und Kosten fuehren.
Das Kernproblem: PKV unter Elternzeit
In der GKV ist Elternzeit relativ einfach: Du bleibst versichert. Deine Beitragssaetze koennen sinken (weil dein Einkommen sinkt), aber Versicherungsschutz besteht. Das ist die soziale Komponente der GKV.
In der PKV ist es komplizierter. Du bleibst versichert - aber du musst deine Praemien selbst zahlen. Es gibt keinen Arbeitgeber-Zuschuss (weil es keinen Arbeitgeber gibt), und es gibt keinen GmbH-Zuschuss (weil die GmbH dir kein Einkommen zahlt). Die Praemien sind faellig - komplett.
Szenario 1: Der verdienende Partner - PKV-versichert
Du und dein Partner sind GGF. Du gehst in Elternzeit, er bleibt in der GmbH. In diesem Fall: Du bleibst PKV-versichert, zahlst die Praemien aber selbst. Das ist einfach - aber teuer. Wenn deine Praemie 400 Euro/Monat ist, sind das 400 Euro aus privaten Mitteln waehrend der Elternzeit.
Die gute Nachricht: Der Arbeitgeberzuschuss (bis 326 Euro/Monat) entfaellt nicht automatisch. Du koenntest argumentieren, dass die GmbH dir die 326 Euro trotzdem zahlt - schliesslich hast du noch einen Versicherungsbedarf.
Das ist umstritten und verlangt eine klare Vereinbarung mit deinem Steuerberater. Aber es ist nicht unmoeglich.
Szenario 2: Ein Partner GKV, Ein Partner PKV
Der klassische Fall: Du (PKV) gehen in Elternzeit, dein Partner (GKV) bleibt. Der Partner kann dich unter Umstaenden mitversichern - wenn er angestelltet ist oder wenn die GKV das erlaubt.
Das ist aber nicht automatisch gegeben und haengt von der Art der Anstellung und dem Einkommen ab. Ueberprueffe mit der GKV vor Elternzeit.
Szenario 3: Beide GGF in Elternzeit
Das ist die komplexeste Situation. Zwei GGF, beide in Elternzeit, beide PKV-versichert. Die GmbH laeuft (moeglicherweise mit Geschaeftsfuehrer-Vertretung), aber beide Gruender verdienen wenig oder nichts.
Hier ist eine strategische Planung notwendig. Option 1: Die GmbH zahlt euch dennoch einen minimalen Lohn (z.B. 450 Euro/Monat), damit der Arbeitgeberzuschuss fliesst. Option 2: Ihr zahlt die Praemien aus privaten Mitteln. Option 3: Ihr wechselt temporaer zur GKV waehrend der Elternzeit.
Option 3 ist manchmal sinnvoll: Ein temporaerer GKV-Wechsel fuer 12-24 Monate waehrend der Elternzeit, dann zurueck zur PKV. Das ist kompliziert, aber moeglich.
Die Beitragsrueckerstattung: Eine Chance
Wenn du PKV-versichert bist und waehrend der Elternzeit wenig oder keine medizinischen Leistungen brauchst, koenntest du am Ende des Jahres eine Beitragsrueckerstattung bekommen. Das ist ein kleiner Ausgleich fuer die Kosten.
Das Finanzielle: Realistisch kalkulieren
Wenn du 12 Monate Elternzeit nehmen willst und deine PKV-Praemie 400 Euro/Monat kostet, sind das 4.800 Euro, die du zahlen musst. Das ist nicht gering. Mit einem Arbeitgeberzuschuss von 326 Euro bleiben ca. 900 Euro, die du selbst traegst.
Wenn dein Partner 2.000 Euro Elternzeitunterstuetzung (von Staat und Partnereinkommen) erhaelt, und du 900 Euro in PKV-Kosten zahlst, ist das ein bedeutsamer Anteil.
Kalkuliere das im Voraus. Spart Rucklagen. Plant mit deinem Steuerberater, um die beste Loesung zu finden.
Die praeventive Massnahme
Wenn du mit Elternzeit rechnest: Klaere fruehzeitig mit deinem Versicherer, was waehrend der Elternzeit passiert. Manche PKV-Versicherer haben spezielle Regelungen fuer GGF in Elternzeit. Es lohnt sich zu fragen.
Auch solltest du mit deinem Steuerberater klaeren: Kann die GmbH dir waehrend der Elternzeit einen minimalen Lohn zahlen (z.B. 450-603 Euro/Monat), um den Arbeitgeberzuschuss aufrechtzuerhalten? Das koennte die Loesung sein.
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