Der Pensionsfonds ist der jüngste und am wenigsten genutzte Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland. Eingeführt 2002, sollte er mehr Anlagefreiheit und höhere Renditen ermöglichen. Aber hat er dieses Versprechen gehalten?
So funktioniert der Pensionsfonds
Ein Pensionsfonds ist eine eigenständige Versorgungseinrichtung in Form einer AG oder eines Pensionsfondsvereins. Er sammelt Beiträge von Arbeitgebern und legt sie am Kapitalmarkt an. Im Gegensatz zur Pensionskasse darf der Pensionsfonds bis zu 100 Prozent in Aktien investieren.
Die Aufsicht liegt bei der BaFin. Pensionsfonds müssen mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge garantieren (bei Beitragszusage mit Mindestleistung) oder die zugesagte Leistung erbringen (bei Leistungszusage).
Steuerliche Behandlung
Die steuerlichen Regeln entsprechen denen der Direktversicherung: Steuerfreier Höchstbeitrag von 338 Euro monatlich (2026). Darüber hinausgehende Beiträge sind steuerpflichtig.
Das ist der große Nachteil gegenüber Unterstützungskasse und Pensionszusage: Die Beitragsobergrenze begrenzt den Steuervorteil erheblich.
Vorteile des Pensionsfonds
Höhere Renditechancen: Durch die freiere Anlage (bis zu 100 Prozent Aktien) kann der Pensionsfonds langfristig höhere Renditen erzielen als klassische Direktversicherungen oder Pensionskassen.
Auslagerung aus der Bilanz: Die Beiträge verlassen die GmbH-Bilanz — keine Rückstellungen, keine bilanzielle Belastung.
PSVaG-Schutz: Für Arbeitnehmer besteht Insolvenzschutz über den Pensionssicherungsverein (nicht für beherrschende GGF).
Nachteile des Pensionsfonds
Beitragsobergrenze: Wie bei der Direktversicherung auf 338 Euro monatlich steuerfrei begrenzt. Für GGF zu wenig.
Höheres Anlagerisiko: Die freiere Anlage bedeutet auch höhere Schwankungen. In schlechten Börsenjahren kann das Kapital sinken.
Nachschusspflicht: Wenn die Kapitalanlage die Mindestleistung nicht deckt, muss der Arbeitgeber nachschießen. Das kann teuer werden.
Wenige Anbieter: Der Markt für Pensionsfonds in Deutschland ist klein. Es gibt nur eine Handvoll relevanter Anbieter.
Pensionsfonds vs. andere Durchführungswege
Gegenüber der Direktversicherung: Mehr Renditechancen, aber gleiches Beitragslimit. Für renditeorientierte Anleger interessant.
Gegenüber der Unterstützungskasse: Gleiche Auslagerung aus der Bilanz, aber mit Beitragslimit. Die Unterstützungskasse ist für Besserverdiener fast immer besser.
Gegenüber der Pensionszusage: Kein Bilanzeffekt, Beitragslimit — die Pensionszusage ist für GGF überlegen.
Für wen eignet sich der Pensionsfonds?
Große Unternehmen, die einen eigenen Pensionsfonds betreiben und die Anlage aktiv steuern wollen. Arbeitnehmer, die renditeorientiert sind und das höhere Risiko akzeptieren. In der Praxis für GGF kleiner und mittlerer GmbHs selten die erste Wahl.
Fazit: Nische mit Potenzial
Der Pensionsfonds hat seine Berechtigung — vor allem für renditeorientierte Anleger in großen Unternehmen. Für GGF ist er wegen des Beitragslimits aber selten optimal. Die Unterstützungskasse und die Pensionszusage bieten mehr.
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