Die neue Regel: Automatisch sparen, es sei denn du weigerst dich
Ein großer Wandel kommt auf die bAV zu: Die Europäische Union hat beschlossen, dass Arbeitnehmer automatisch in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen sollen — es sei denn, sie widersprechen (opt-out). Das ist eine Umkehrung der bisherigen Logik: Statt dass du opt-in musst (selbst aktiv sparen), wirst du automatisch reingezogen.
Das soll in Deutschland ab 2027/2028 in Kraft treten. Das bedeutet: Du wirst möglicherweise bald automatisch in eine bAV eingezogen, ohne dass du dich aktiv anmelden musst.
Wie funktioniert das Opting-Out technisch?
Dein Arbeitgeber wird dir einen Brief schreiben: 'Ab dem [Datum] werden wir dich automatisch in unseren bAV-Plan aufnehmen. Wenn du das nicht willst, widerspreche bitte bis [Datum].' Dann musst du aktiv handeln, um dich abzumelden.
Das ist psychologisch clever: Trägheit funktioniert in beide Richtungen. Wenn Sparen die 'Default'-Option ist, sparen mehr Menschen — ohne dass sie bewusst ja sagen. Das ist das Ziel: Mehr Menschen in Altersvorsorge bringen.
Was wird automatisch eingezahlt?
Das wird vermutlich so sein: Dein Chef zahlt automatisch ca. 8-10 Prozent deines Brutto (oder ein kleinerer Prozentsatz) in eine bAV ein. Du und dein Chef teilen euch das: Du spares 3-4 Prozent (über Entgeltumwandlung), dein Chef zahlt den Rest. Das ist großzügiger als die aktuelle Situation.
Aber: Das ist noch nicht final. Die genauen Regeln werden noch erarbeitet. Hier solltest du auf Updates achten.
Warum ist das gut? Warum ist das problematisch?
GUT: Mehr Menschen sparen für die Rente, ohne aktiv handeln zu müssen. Das ist demografisch notwendig. Die Automatisierung reduziert die Hürde. Dein Chef zahlt mit, das ist echtes Geld.
PROBLEMATISCH: Nicht alle Menschen haben die Kapazität, 3-4 Prozent zu sparen. Manche Menschen brauchen das Geld sofort. Das Opting-Out trifft nicht diejenigen, die es am meisten nötig hätten (Geringverdiener), weil sie weniger wahrscheinlich widersprechen.
Die kritische Frage: Kannst du wirklich opt-out?
Das ist die zentrale Frage: Wenn dein Chef automatisch sparen will und du widersprichst, kann dein Chef dann inoffiziell Druck ausüben? Das ist nicht erlaubt, aber es ist menschlich möglich. Das ist ein Risiko.
Deshalb: Wenn die neue Regel kommt, sollte dein Widerspruch klar dokumentiert und legal geschützt sein.
Wann kommt das in Deutschland?
Die EU-Richtlinie gibt vor, dass Mitgliedstaaten das umsetzen sollen. Deutschland arbeitet daran, die Regel in deutsches Recht zu übersetzen. Vermutlich wird das 2027/2028 passieren. Das gibt dir noch Zeit, dich zu informieren.
Solltest du automatisch opt-in oder opt-out widersprechen?
Das hängt ab: Wenn dein Chef großzügig mitspielt und du finanzielle Puffer hast, automatisch sparen ist sinnvoll. Wenn du knapp bei Kasse bist, widersprechen. Das ist deine Entscheidung — aber sie sollte bewusst sein, nicht unbewusst ('Ich wusste gar nicht, dass ich widersprechen kann').
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