Wenn du GGF bist und in der GKV versichert, wirst du moeglicherweise mit einer Frage konfrontiert: Moechtest du Krankentagegeld hinzufuegen? Die Versicherung erklaert dir, dass das eine wichtige Schutzmassnahme ist.
Aber ist das wirklich wahr? Oder ist das ein teureres Add-on, das du nicht brauchst? Lass mich dieser Frage strategisch nachgehen.
Was ist Krankentagegeld? Die Basics
Krankentagegeld ist eine Zusatzversicherung, die dir taeglich eine bestimmte Summe zahlt, wenn du arbeitsunfaehig bist. Beispiel: Du bist krank und kannst nicht arbeiten. Dein Arbeitgeber zahlt dir keine Lohnfortzahlung (weil es keinen Arbeitgeber als GGF gibt). Aber dein Krankentagegeld zahlt dir 50 Euro pro Tag - oder wie immer du es versichert hast.
Das wird Zahlungen anfangen nach etwa 3 Tagen Arbeitsunfaehigkeit und koennen einige Wochen laufen.
Warum GGF das haben sollten
Das Argument ist einfach: Wenn du krank bist und nicht arbeiten kannst, verdienst du kein Geld. Die GmbH verdient moeglicherweise auch kein Geld (wenn dein Input kritisch ist). Das ist ein finanzielles Loch.
Krankentagegeld fuellt dieses Loch. Wenn du 14 Tage arbeitsunfaehig bist, zahlst du deinen privaten Lebensbedarf teilweise selbst (oder die GmbH) - aber mindestens hast du etwas Ausgleich.
Das Problem: Die tatsaechliche Nutzung
Viele GGF zahlen Krankentagegeld ein Leben lang, brauchen es aber nie. Statistische Arbeitsunfaehigkeit bei GGF ist niedrig - wir reden von durchschnittlich 2-3 Tagen pro Jahr. Das ist weniger als bei angestellten Mitarbeitern.
Warum? Weil GGF motiviert sind, nicht krank zu sein (oder zumindest, nicht zu fehlen). Wenn die GmbH auf die GGF angewiesen ist, ist die psychologische Barriere, krankheitsbedingt zu fehlen, hoch.
Die Kosten: Nicht gering
Krankentagegeld in der GKV ist ein Zusatz-Beitrag. Das kostet typischerweise 30-60 Euro pro Monat - fuer eine Deckelung von 50-100 Euro pro Tag.
Das ist ueber 10 Jahre 3.600-7.200 Euro. Wenn du das Geld nie brauchst, ist das pure Verschwendung.
Wann ist Krankentagegeld sinnvoll?
Krankentagegeld ist sinnvoll, wenn: (1) Deine GmbH auf deine taegliche Produktivitaet kritisch angewiesen ist - wenn du 2 Wochen weg bist, bricht das Geschaeft zusammen. (2) Du einen hohen Lebensstil hast, der taeglich zahlbar sein muss. (3) Du mit zu hoher Wahrscheinlichkeit arbeitsunfaehig wirst (chronische Erkrankung, physisch anspruchsvoller Job).
Wenn das nicht zutrifft - wenn deine GmbH auch 2-3 Wochen ohne dich laufen kann oder wenn du finanziell grosszuegige Rucklagen hast - ist Krankentagegeld optional.
Die Alternative: Betriebliche Ruecklagen
Anstatt Krankentagegeld zu zahlen, koenntest du das Geld (z.B. 50 Euro/Monat) in eine betriebliche Rucklage fuer Notfaelle einzahlen. Nach 10 Jahren hast du 6.000 Euro - exakt die Summe, die du in Krankentagegeld gezahlt haettst.
Der Vorteil: Wenn du es nicht brauchst, gehoert dir das Geld. Wenn du es brauchst, hast du es. Das ist flexibler und letztlich rationaler.
Was die Versicherung nicht sagt
Die Versicherung wird dir nicht sagen: Die meisten GGF brauchen das nicht. Das waere ehrlich, aber nicht umsatzfoerdernd. Stattdessen wird sie die schlimmsten Szenarien zeigen und dir Angst machen.
Das ist ein Verkaufstrick. Versicherer sind in dem Geschaeft, dir zusaetzliche Versicherung zu verkaufen - nicht dir zu sagen, dass du sie nicht brauchst.
Meine Empfehlung
Wenn du jung und gesund bist, ohne chronische Erkrankungen: Kein Krankentagegeld. Nutze das Geld, um Betriebsrucklagen aufzubauen.
Wenn du aelter wirst (ueber 50) oder chronische Erkrankungen entwickelst: Ueberdenke es. Das Risiko steigt.
Wenn du in einem physisch anspruchsvollen Job taetig bist (nicht klassisches Buero): Krankentagegeld kann sinnvoll sein.
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