PKV, bKV & Gesundheit
PKV, bKV & Gesundheit3 Min. Lesezeit

GKV oder PKV als GGF: Die Entscheidung, die dich 200.000 EUR kosten kann

Die Wahl zwischen GKV und PKV ist eine der wichtigsten Entscheidungen fuer GGF. Ein falscher Weg kostet dich Hunderttausende.

Einmal im Leben triffst du eine Entscheidung, die dich vielleicht 200.000 Euro kostet. Oder dir 200.000 Euro spart. Es ist keine dramatische Ueberreaktion, das so zu sagen. Die Wahl zwischen GKV und PKV als Geschaeftsfuehrer ist exakt das.

Die meisten GGF treffen diese Entscheidung intuitiv oder weil ein Freund etwas anderes tat. Das ist fahrlassig. Diese Entscheidung verdient eine gruendliche Analyse.

Das GKV-Modell: Der sichere Pfad

In der GKV zahlst du einen Beitrag basierend auf deinem Einkommen - etwa 8,5 Prozent fuer den Angestelltenteil und 7,3 Prozent fuer den Arbeitgeberanteil (Summe: 15,8 Prozent). Dazu kommt noch ein Krankentagegeld-Zuschlag, der variabel ist.

Das bedeutet: Je mehr du verdienst, desto mehr zahlst du - aber auch desto bessere Absicherung hast du. Die Leistungen sind fuer alle gleich: Jeder mit GKV-Status bekommt dieselbe medizinische Grundversorgung.

Das System ist stabil, kalkulierbar und sozial ausgewogen. Es ist auch, ehrlich gesagt, langweilig. Aber langweilig ist manchmal exakt das, was du brauchst.

Das PKV-Modell: Der volatile Pfad

In der PKV zahlst du monatliche Praemien, die dein Alter und deinen Gesundheitszustand widerspiegeln - nicht dein Einkommen. Das bedeutet: Ein junger, gesunder 35-Jaehriger koennte 250 Euro pro Monat zahlen. Eine 55-jaehrige mit Diabetes koennte 800 Euro pro Monat zahlen.

Das System ist nicht linear wie die GKV. Es ist individualistisch. Frueher zahlst du vielleicht weniger. Spaeter moeglicherweise deutlich mehr.

Die 20-Jahre-Simulation: Ein konkretes Szenario

Lass mich ein realistisches Szenario durchrechnen. Du bist 40 Jahre alt, verdienst 100.000 Euro pro Jahr, bist gesund und gruendest eine GmbH.

GKV-Szenario: Du zahlst etwa 15,8 Prozent deines Einkommens. Bei 100.000 Euro sind das 15.800 Euro pro Jahr. Mit durchschnittlichen Einkommenssteigerungen von 3 Prozent pro Jahr bedeutet das nach 20 Jahren (Alter 60) etwa ein Jahresbeitrag von 25.500 Euro. Durchschnittlicher Jahresbetrag ueber 20 Jahre: ca. 20.000 Euro. Gesamtkosten ueber 20 Jahre: etwa 400.000 Euro.

PKV-Szenario: Mit 40 Jahren zahlst du etwa 300-350 Euro pro Monat (gut kalkuliert), also 3.600-4.200 Euro pro Jahr. Das ist verlockend niedrig. Aber: Mit 50 Jahren steigt das auf etwa 450-550 Euro pro Monat (5.400-6.600 Euro pro Jahr). Mit 60 Jahren - und hier wird es kritisch - koennten es 700-900 Euro pro Monat sein (8.400-10.800 Euro pro Jahr).

Die Berechnung ist komplex, aber eine realistische Gesamtschaetzung ueber 20 Jahre: etwa 120.000-150.000 Euro. Mit anderen Worten: Du sparst moeglicherweise 250.000-280.000 Euro gegenueber der GKV.

Aber es gibt Fallen

Szenario 1: Mit 50 Jahren bekommst du chronische Erkrankungen - Diabetes, Bluthochdruck, etc. In der PKV werden deine Praemien sprunghaft ansteigen. In der GKV? Die Beitraege bewegen sich nach deinem Einkommen, nicht nach deiner Gesundheit. Das ist der Vorteil des Solidarsystems.

Szenario 2: Mit 58 Jahren entscheidest du dich, die GmbH zu schliessen oder in den Ruhestand zu gehen. Die PKV-Rueckkehr zur GKV ist moeglich - aber nur unter bestimmten Bedingungen und mit Vorsaetzen. Die Rueckkehr ist nicht einfach und nicht guenstig.

Szenario 3: Dein Einkommen sinkt deutlich (wirtschaftliche Probleme, Marktveraenderungen). In der GKV wuerde dein Beitrag sinken. In der PKV nicht - du zahlst die gleiche Praemie, egal wie dein Geschaeft laeuft.

Die ehrliche Bewertung

Wenn du jung (unter 45), gesund, und wirtschaftlich stabil bist - PKV ist finanziell wahrscheinlich besser. Die Rechnung geht auf.

Wenn du aelter wirst (ueber 50), chronische Erkrankungen hast, oder deine wirtschaftliche Situation unsicher ist - GKV ist wahrscheinlich die sichere Wahl. Der Vorteil der Stabilitaet und Planbarkeit ueberwiegt die moeglichen Kostenersparnisse.

Die kritischste Phase ist zwischen 50 und 65 Jahren. Hier entscheidet sich, ob die fruehen PKV-Einsparungen durch spaeter erhoehte Praemien aufgezehrt werden.

Die unbeantwortete Frage: Deine persoenliche Risikobereitschaft

Am Ende geht es nicht nur um Mathematik. Es geht auch darum, wie viel Unsicherheit du ertragen kannst. Manche Menschen schlafen nachts besser, wenn sie wissen, dass ihre Versicherungsbeitraege kalkulierbar sind. Andere akzeptieren gerne Volatilitaet, wenn die Chancen auf Ersparnisse gross sind.

Das ist eine persoenliche Entscheidung - aber sie sollte bewusst getroffen werden, mit voller Kenntnis der moeglichen Konsequenzen.

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