Als Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) einer GmbH bist du in einer besonderen Situation: Du bist gleichzeitig Unternehmer und Angestellter deiner eigenen Firma. Das hat weitreichende Folgen für deine Altersvorsorge — und genau hier kommt die GGF-Versorgung ins Spiel.
In diesem Artikel erfährst du, was eine GGF-Versorgung ist, warum sie sich für dich lohnt und welche Stolperfallen du kennen musst.
Was genau ist eine GGF-Versorgung?
Eine GGF-Versorgung ist eine betriebliche Altersvorsorge (bAV), die speziell auf die Bedürfnisse von Gesellschafter-Geschäftsführern zugeschnitten ist. Im Kern geht es darum, dass deine GmbH dir eine Altersrente zusagt — finanziert aus Firmenmitteln und steuerlich absetzbar.
Der Clou: Anders als bei normalen Arbeitnehmern gibt es bei der GGF-Versorgung besondere steuer- und gesellschaftsrechtliche Regeln. Diese können ein enormer Vorteil sein — oder zur Falle werden, wenn du sie nicht kennst.
Warum brauchst du als GGF eine eigene Versorgung?
Die gesetzliche Rentenversicherung greift bei beherrschenden GGF in der Regel nicht. Du bist sozialversicherungsfrei — das bedeutet: keine Beiträge, aber auch keine gesetzliche Rente. Deine Altersvorsorge musst du komplett selbst organisieren.
Ohne GGF-Versorgung stehst du im Alter vor einer massiven Versorgungslücke. Bei einem Geschäftsführer-Gehalt von 120.000 Euro brutto liegt diese Lücke schnell bei 3.000 bis 5.000 Euro monatlich — und das über 20 bis 30 Jahre Ruhestand.
Die drei Säulen der GGF-Versorgung
1. Pensionszusage (Direktzusage)
Die Königsdisziplin: Deine GmbH sagt dir direkt eine Rente zu. Die Beiträge werden als Pensionsrückstellungen in der Bilanz verbucht und mindern den Gewinn. Vorteil: Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für die Beitragshöhe — anders als bei der Direktversicherung mit ihren 338 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei bzw. bis zu 676 Euro steuerfrei (2026).
2. Unterstützungskasse
Die Unterstützungskasse ist ein externer Versorgungsträger. Auch hier gibt es keine Beitragsobergrenze, und die Beiträge sind voll als Betriebsausgabe absetzbar. Der Vorteil gegenüber der Pensionszusage: Das Geld verlässt die GmbH-Bilanz und ist insolvenzgeschützt.
3. Direktversicherung
Die einfachste Variante — aber auch die mit den engsten Grenzen. Der steuerfreie Höchstbeitrag liegt 2026 bei bis zu 676 Euro im Monat (8.112 Euro im Jahr). Davon sind 338 Euro auch sozialversicherungsfrei. Für die meisten GGF reicht das bei weitem nicht aus, um die Versorgungslücke zu schließen.
Beherrschend oder nicht? Das entscheidet über deine Möglichkeiten
Ein beherrschender GGF hält mehr als 50 Prozent der GmbH-Anteile — oder kann die Geschäftspolitik maßgeblich bestimmen. Für beherrschende GGF gelten strengere Regeln:
Die Zusage muss einem Fremdvergleich standhalten. Das Finanzamt prüft besonders kritisch, ob Höhe und Bedingungen der Versorgung angemessen sind. Eine zu großzügige Zusage kann als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) eingestuft werden — mit gravierenden steuerlichen Folgen.
Für nicht-beherrschende GGF (unter 50 Prozent Beteiligung) gelten weniger strenge Regeln. Sie können auch von der Entgeltumwandlung profitieren und haben mehr Flexibilität bei der Gestaltung.
Was kostet eine GGF-Versorgung?
Die Kosten hängen stark vom gewählten Durchführungsweg und dem Eintrittsalter ab. Als Faustregel gilt: Je früher du startest, desto günstiger wird es. Ein 40-jähriger GGF, der eine Monatsrente von 3.000 Euro anstrebt, muss mit jährlichen Beiträgen von 25.000 bis 40.000 Euro rechnen.
Aber: Diese Beiträge sind Betriebsausgaben. Bei einem Körperschaftssteuersatz von rund 30 Prozent (KSt + GewSt + Soli) trägt das Finanzamt de facto fast ein Drittel der Kosten mit.
Die 5 häufigsten Fehler bei der GGF-Versorgung
Fehler Nr. 1: Zu spät anfangen. Wer mit 55 startet, hat ein Erdienbarkeitsproblem — die 10-Jahres-Frist bis zum Rentenalter wird knapp.
Fehler Nr. 2: Falsche Durchführungswege wählen. Die Direktversicherung allein reicht für GGF fast nie aus.
Fehler Nr. 3: Keinen Gesellschafterbeschluss fassen. Ohne wirksamen Beschluss kann das Finanzamt die gesamte Zusage als vGA qualifizieren.
Fehler Nr. 4: Die 75-Prozent-Grenze ignorieren. Deine Gesamtversorgung darf maximal 75 Prozent deines letzten Gehalts betragen — sonst droht eine Überversorgung.
Fehler Nr. 5: Keine professionelle Beratung. GGF-Versorgung ist komplex. Ein Fehler kann Hunderttausende Euro kosten. Lass dich von einem spezialisierten Berater begleiten.
Fazit: GGF-Versorgung ist kein Luxus — sie ist Pflicht
Als Gesellschafter-Geschäftsführer bist du für deine Altersvorsorge selbst verantwortlich. Eine gut strukturierte GGF-Versorgung spart dir Steuern, schließt deine Versorgungslücke und sichert deinen Lebensstandard im Alter.
Der wichtigste Schritt? Jetzt anfangen — und nicht mit einer Standardlösung, sondern mit einem maßgeschneiderten Konzept.
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