GGF-Grundlagen
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Warum die meisten GGF-Versorgungen falsch aufgesetzt sind — und wie du es besser machst

Warum die meisten GGF-Versorgungen falsch aufgesetzt sind: 6 Warnsignale, die du sofort prüfen solltest.

Hand aufs Herz: Weißt du, ob deine GGF-Versorgung steuerlich sauber ist? In unserer Beratungspraxis sehen wir bei mehr als der Hälfte aller bestehenden Zusagen mindestens ein Problem. Manche davon sind kosmetisch — andere können dich Hunderttausende Euro kosten.

Hier sind die sechs häufigsten Warnsignale, die darauf hindeuten, dass deine GGF-Versorgung nicht optimal aufgesetzt ist.

Warnsignal 1: Dein Gesellschafterbeschluss ist ein Standard-Muster

Wir sehen es ständig: GGF haben einen Gesellschafterbeschluss — aber es ist eine Vorlage aus dem Internet oder vom Versicherungsvertreter. Das Problem: Jede GGF-Versorgung ist individuell. Der Beschluss muss exakt zu deiner Situation passen: dein Gehalt, deine Beteiligungsquote, dein Rentenalter, die Art der Zusage.

Ein Standard-Muster kann zehn entscheidende Details auslassen. Und jedes fehlende Detail gibt dem Finanzamt einen Angriffspunkt.

Warnsignal 2: Dein Steuerberater hat die bAV allein gemacht

Steuerberater sind großartig in Steuerfragen. Aber GGF-Versorgung ist eine Querschnittsmaterie: Steuerrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Versicherungsmathematik. Ein Steuerberater, der die bAV nebenbei mitmacht, übersieht fast immer etwas.

Besonders häufig fehlt: Die versicherungsmathematische Berechnung der 75-Prozent-Grenze, die korrekte Erdienbarkeitsberechnung, oder die Abstimmung zwischen Anstellungsvertrag und Versorgungszusage.

Warnsignal 3: Du hast nur eine Direktversicherung

Die Direktversicherung ist der Einstieg — nicht die Lösung. Mit 338 Euro monatlich baust du in 25 Jahren circa 174.000 Euro auf. Das ergibt eine Monatsrente von rund 560 Euro. Wenn du als GGF 150.000 Euro verdienst, fehlen dir im Alter 3.000 bis 4.000 Euro monatlich.

Wenn dein Berater dir nur eine Direktversicherung verkauft hat, hat er entweder die anderen Durchführungswege nicht verstanden — oder er verdient daran am meisten.

Warnsignal 4: Kein versicherungsmathematisches Gutachten

Für die Bilanzierung der Pensionszusage (nach § 6a EStG und HGB) brauchst du ein jährliches versicherungsmathematisches Gutachten. Dieses Gutachten berechnet den Barwert der Pensionsverpflichtung und bestimmt die Höhe der Rückstellungen.

Viele GGF haben ein Gutachten, das seit Jahren nicht aktualisiert wurde. Das kann dazu führen, dass die Rückstellungen zu hoch oder zu niedrig angesetzt sind — beides ist steuerlich problematisch.

Warnsignal 5: Deine Rückdeckung passt nicht zur Zusage

Die Rückdeckungsversicherung soll die Pensionszusage absichern. Aber in der Praxis sehen wir häufig eine Diskrepanz: Die Zusage verspricht 3.000 Euro Monatsrente — die Rückdeckung deckt aber nur 2.000 Euro ab. Oder die Rückdeckung läuft bis 65, die Zusage aber bis 67.

Solche Diskrepanzen sind nicht nur ein Sicherheitsproblem — sie können auch steuerliche Konsequenzen haben.

Warnsignal 6: Die Probezeit wurde nicht eingehalten

Für beherrschende GGF gilt: In den ersten zwei bis drei Jahren nach Aufnahme der Tätigkeit sollte keine Versorgungszusage erteilt werden. Das Finanzamt erkennt sonst kein ernsthaftes Dienstverhältnis an.

In der Praxis sehen wir immer wieder GGF, die am Tag der Gründung gleichzeitig den Gesellschafterbeschluss für die Pensionszusage fassen. Das ist steuerlich hochriskant.

Was tun, wenn du Warnsignale erkennst?

Keine Panik. Die meisten Probleme lassen sich nachträglich heilen — aber nicht alle. Je früher du handelst, desto besser sind deine Chancen, steuerliche Nachteile zu vermeiden.

Der erste Schritt: Lass deine bestehende GGF-Versorgung von einem unabhängigen bAV-Spezialisten prüfen. Ein professioneller Versorgungs-Check kostet einen Bruchteil dessen, was ein Fehler bei der Betriebsprüfung kosten kann.

Deine GGF-Versorgung verdient einen Experten-Check.

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