Theorie ist das eine — Praxis das andere. In diesem Artikel zeige ich dir drei echte Beratungsfälle (anonymisiert), die typische Situationen von Gesellschafter-Geschäftsführern widerspiegeln. Du wirst sehen: Die Unterschiede im Ergebnis sind gewaltig.
Fallbeispiel 1: Der klassische Allein-GGF
Ausgangssituation
Thomas, 42 Jahre, hält 100 Prozent an seiner IT-Beratungs-GmbH. Jahresgehalt: 180.000 Euro brutto. GmbH-Gewinn nach Gehalt: circa 120.000 Euro. Bisherige Altersvorsorge: Private Rentenversicherung mit 300 Euro monatlich. Keine gesetzliche Rente (beherrschender GGF, sozialversicherungsfrei).
Versorgungslücke
Thomas braucht im Alter circa 6.000 Euro netto monatlich, um seinen Lebensstandard zu halten. Seine private Rentenversicherung wird circa 800 Euro bringen. Lücke: 5.200 Euro monatlich. Über 25 Jahre Ruhestand (mit Inflation) fehlen ihm also rund 1,5 Millionen Euro.
Unsere Empfehlung
Stufe 1: Direktversicherung mit 338 Euro monatlich — einfach, steuerlich unkompliziert. Stufe 2: Unterstützungskasse mit 2.000 Euro monatlich — beitragsunlimitiert, insolvenzgeschützt. Stufe 3: Pensionszusage mit Zielrente von 3.500 Euro monatlich — maximale Steuerersparnis über Rückstellungen.
Ergebnis
Jährliche Steuerersparnis der GmbH: circa 35.000 Euro. Prognostizierte Gesamtrente: circa 5.800 Euro monatlich (brutto). Versorgungslücke: von 5.200 Euro auf circa 700 Euro reduziert — und die kann Thomas über seine private Vorsorge schließen.
Fallbeispiel 2: Das Ehepaar mit 50/50-Beteiligung
Ausgangssituation
Sarah und Markus, beide 48 Jahre, halten je 50 Prozent an ihrer Handels-GmbH. Beide sind Geschäftsführer. Jahresgehalt: je 120.000 Euro. GmbH-Gewinn: circa 200.000 Euro. Bisherige Altersvorsorge: Beide haben je eine Direktversicherung mit 200 Euro monatlich. Kein Gesellschafterbeschluss für Versorgungszusagen.
Besonderheit: Gleichgerichtete Interessen
Als Ehepaar mit je 50 Prozent werden Sarah und Markus steuerrechtlich als beherrschende GGF eingestuft — wegen gleichgerichteter Interessen. Das bedeutet: Strenge Regeln für beide, Entgeltumwandlung problematisch.
Unsere Empfehlung
Für beide: Direktversicherung auf den Höchstbeitrag von 338 Euro erhöhen. Unterstützungskasse mit je 1.500 Euro monatlich. Gesellschafterbeschlüsse für beide zeitgleich fassen lassen. Versicherungsmathematisches Gutachten zur 75-Prozent-Grenze erstellen lassen.
Ergebnis
Jährliche Steuerersparnis: circa 26.000 Euro (für beide zusammen). Beide bauen eine Zusatzrente von circa 3.000 Euro auf. Zusätzlich zur Direktversicherung ergibt das eine solide Altersvorsorge — endlich passend zur Verantwortung, die beide tragen.
Fallbeispiel 3: Der Späteinsteiger mit 55
Ausgangssituation
Michael, 55 Jahre, hält 80 Prozent an seiner Produktions-GmbH. Jahresgehalt: 200.000 Euro. GmbH-Gewinn: circa 300.000 Euro. Er hat eine alte Pensionszusage von 2010, die nie aktualisiert wurde — Zielrente: 1.500 Euro monatlich. Rückdeckungsversicherung: ja, aber nicht kongruent und nicht verpfändet.
Probleme
Erdienbarkeit: Michael will mit 67 in Rente — das sind nur 12 Jahre. Eine neue Pensionszusage wäre gerade noch möglich, aber der Spielraum ist eng. Die alte Zusage: nicht aktualisiert, Rückdeckung passt nicht, keine Verpfändung. Versorgungslücke: Die 1.500 Euro reichen bei weitem nicht. Michael braucht mindestens 5.000 Euro monatlich.
Unsere Empfehlung
Alte Pensionszusage sanieren: Rückdeckung kongruent machen, Verpfändung einrichten, Gesellschafterbeschluss nachfassen. Erhöhung der Pensionszusage auf 3.500 Euro Zielrente (mit neuem Gesellschafterbeschluss und Erdienbarkeitsberechnung). Unterstützungskasse mit 3.000 Euro monatlich als Ergänzung. Sofortmaßnahme: Versicherungsmathematisches Gutachten und Abstimmung mit Steuerberater.
Ergebnis
Jährliche Steuerersparnis: circa 50.000 Euro (hohe Beiträge in kurzer Zeit). Prognostizierte Gesamtrente: circa 4.800 Euro monatlich. Nicht perfekt, aber deutlich besser als die bisherigen 1.500 Euro. Und: Michael hat endlich eine Rückdeckung, die im Insolvenzfall auch wirklich greift.
Die Lehre aus allen drei Fällen
Jede GGF-Versorgung ist individuell. Standard-Lösungen funktionieren nicht. Und jedes Jahr, das du wartest, kostet dich bares Geld — an Steuerersparnis und an Renditechancen.
Der wichtigste Schritt ist immer der erste: Eine professionelle Analyse deiner aktuellen Situation.
Deine GGF-Versorgung verdient einen Experten-Check.
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