Eine GGF-Versorgung kann dir als Gesellschafter-Geschäftsführer eine steueroptimierte Rente von 4.000 Euro und mehr sichern. Sie kann aber auch zur finanziellen Zeitbombe werden — wenn du einen der folgenden sieben Fehler machst. Und glaub mir: Wir sehen diese Fehler in der Beratung jede Woche.
Fehler 1: Zu spät anfangen
Das Problem: Für eine Pensionszusage gilt die sogenannte Erdienbarkeit. Du musst die Zusage mindestens 10 Jahre vor dem vereinbarten Rentenalter erhalten haben. Wer mit 67 in Rente gehen will, muss spätestens mit 57 starten.
Was das kostet: Jedes Jahr Verzögerung kostet dich doppelt — einmal durch entgangene Steuerersparnis (bei 40.000 Euro Jahresbeitrag circa 12.000 Euro Steuerersparnis pro Jahr) und einmal durch fehlende Rendite auf das angesparte Kapital. Über 10 verlorene Jahre summiert sich das auf 200.000 bis 350.000 Euro.
Die Lösung: Starte so früh wie möglich. Auch eine kleine Zusage ist besser als keine. Du kannst sie später immer noch erhöhen.
Fehler 2: Nur eine Direktversicherung abschließen
Das Problem: Viele Steuerberater und Bankberater empfehlen eine Direktversicherung — weil sie einfach ist. Aber der steuerfreie Höchstbeitrag liegt bei nur 338 Euro monatlich. Das reicht bei weitem nicht, um eine Versorgungslücke von 3.000 bis 5.000 Euro zu schließen.
Was das kostet: Bei 338 Euro monatlich über 25 Jahre und einer durchschnittlichen Rendite von 4 Prozent ergibt sich ein Kapital von circa 174.000 Euro. Das reicht für eine monatliche Rente von rund 500 Euro. Deine Lücke: immer noch 2.500 bis 4.500 Euro monatlich.
Die Lösung: Nutze die Direktversicherung als Basis — aber ergänze sie durch eine Unterstützungskasse oder Pensionszusage ohne Beitragslimit.
Fehler 3: Keinen Gesellschafterbeschluss fassen
Das Problem: Jede Versorgungszusage an einen GGF braucht einen wirksamen Gesellschafterbeschluss. Ohne diesen Beschluss kann das Finanzamt die gesamte Zusage als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) einstufen.
Was das kostet: Bei einer vGA wird die Zusage nachträglich dem Gewinn zugerechnet und muss versteuert werden — auf Ebene der GmbH mit Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer, und auf Ebene des GGF mit Einkommensteuer. Auf einen Zusage-Barwert von 500.000 Euro können so 200.000 Euro und mehr an Steuernachzahlungen fällig werden.
Die Lösung: Lass den Gesellschafterbeschluss von einem Juristen formulieren, der sich mit bAV auskennt. Ein Muster-Beschluss reicht nicht — jeder Fall ist individuell.
Fehler 4: Die 75-Prozent-Grenze ignorieren
Das Problem: Die Gesamtversorgung des GGF (bAV plus eventuelle gesetzliche Rente plus private Vorsorge) darf maximal 75 Prozent des letzten Aktivgehalts betragen. Wird diese Grenze überschritten, liegt eine Überversorgung vor — und das Finanzamt kürzt die steuerliche Anerkennung.
Was das kostet: Bei einem Gehalt von 150.000 Euro beträgt die 75-Prozent-Grenze 112.500 Euro jährliche Gesamtversorgung. Überschreitest du diese Grenze, wird der überschießende Teil als vGA behandelt.
Die Lösung: Berechne die Gesamtversorgung regelmäßig und passe die Zusage an Gehaltserhöhungen an. So wächst die Versorgung mit deinem Einkommen mit.
Fehler 5: Falsche Rückdeckung wählen
Das Problem: Die Pensionszusage ist nur ein Versprechen deiner GmbH. Ohne Rückdeckungsversicherung oder andere Sicherung gibt es im Ernstfall kein Geld für die Rente. Wir sehen immer wieder GGF, deren Pensionszusage zwar in der Bilanz steht — aber durch kein echtes Kapital gedeckt ist.
Was das kostet: Im Insolvenzfall kann die gesamte Zusage wertlos sein. Selbst der Pensionssicherungsverein (PSVaG) greift bei beherrschenden GGF nicht.
Die Lösung: Sichere die Pensionszusage durch eine kongruent rückgedeckte Versicherung ab. Alternativ: Wähle von Anfang an eine Unterstützungskasse, bei der das Kapital die GmbH-Bilanz verlässt.
Fehler 6: Den Anstellungsvertrag nicht anpassen
Das Problem: Die Versorgungszusage und der Anstellungsvertrag müssen zusammenpassen. Wenn der Vertrag ein Rentenalter von 65 nennt, die Zusage aber auf 67 läuft, gibt es ein Problem. Gleiches gilt für Abfindungsklauseln, Wettbewerbsverbote und Nachvertragliches.
Was das kostet: Widersprüche zwischen Anstellungsvertrag und Versorgungszusage sind ein gefundenes Fressen für das Finanzamt. Im schlimmsten Fall wird die gesamte Zusage steuerlich nicht anerkannt.
Die Lösung: Lass beide Dokumente gemeinsam prüfen und aufeinander abstimmen.
Fehler 7: Sich auf den Steuerberater allein verlassen
Das Problem: Steuerberater sind Experten für Steuern — nicht für betriebliche Altersvorsorge. Die GGF-Versorgung ist ein Spezialthema an der Schnittstelle von Steuerrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Versicherungsmathematik. Die meisten Steuerberater kennen die Grundlagen, aber nicht die Feinheiten.
Was das kostet: Ein falscher Durchführungsweg, eine zu hohe oder zu niedrige Zusage, eine fehlende Erdienbarkeit — jeder dieser Fehler kostet fünfstellig aufwärts. In der Summe haben wir in unserer Beratung schon Fälle gesehen, wo ein einzelner Fehler über 400.000 Euro Schaden verursacht hat.
Die Lösung: Arbeite mit einem spezialisierten bAV-Berater zusammen, der die steuerliche, rechtliche und versicherungstechnische Seite beherrscht. Dein Steuerberater bleibt als Partner im Boot — aber er sollte nicht allein das Steuer führen.
Fazit: GGF-Versorgung ist Expertensache
Die GGF-Versorgung bietet dir als Geschäftsführer enorme Chancen — aber auch enorme Risiken. Jeder der sieben Fehler oben kann dich Hunderttausende Euro kosten. Die gute Nachricht: Alle diese Fehler sind vermeidbar, wenn du von Anfang an mit den richtigen Experten arbeitest.
Deine GGF-Versorgung verdient einen Experten-Check.
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