Die verdeckte Gewinnausschüttung: Der unsichtbare Steuerkiller
Du schreibst dir als GGF ein Gehalt auf, das dir gerecht erscheint. Dein Steuerberater nickt ab. Dann kommt die Betriebsprüfung, und plötzlich heißt es: 'Das Gehalt ist zu niedrig für deine Position. Das ist eine verdeckte Gewinnausschüttung (vGA).' Plötzlich zahlst du Körperschaftsteuer nachträglich plus Strafzinsen. Das ist nicht lustig.
Das Problem: Es gibt keine exakte Formel, was 'das richtige' GGF-Gehalt ist. Das Finanzamt schaut auf Vergleichbarkeit: Was verdienen GGF in ähnlichen Unternehmen, mit ähnlicher Größe, in ähnlichen Branchen? Wenn dein Gehalt deutlich unter dem Durchschnitt liegt, wird es verdächtig.
Der Branchenvergleich: Deine Absicherung
Die beste Absicherung ist ein sauberer Branchenvergleich. Es gibt Datenbanken und Studien (zum Beispiel von der Bundesanstalt für Arbeit oder Branchenverbänden), die zeigen, was GGF durchschnittlich verdienen. Wenn du in einer Branche arbeitest, wo GGF durchschnittlich 120.000 Euro verdienen, und du schreibst dir nur 60.000 Euro auf - das ist verdächtig.
Das bedeutet nicht, dass du auf den Durchschnitt festgelegt bist. Du kannst unter dem Durchschnitt liegen, wenn du eine Begründung hast. Beispiel: Dein Unternehmen ist jung, noch nicht profitabel genug, und du zahlst dir bewusst weniger. Aber die Begründung muss schriftlich dokumentiert sein.
Die Größe der GmbH spielt eine Rolle
Ein wichtiger Faktor ist die Größe des Unternehmens. GGF von 5-Millionen-Unternehmen verdienen anders als GGF von 500.000-Unternehmen. Das Finanzamt berücksichtigt das. Wenn dein Unternehmen klein ist und du dir 300.000 Euro Gehalt zahlst, ist das wahrscheinlich zu viel (potenzielle Gewinnausschüttung in anderer Form). Wenn es groß ist und du zahlst dir 300.000, ist das wahrscheinlich angemessen.
Die Komponenten-Strategie: Nicht alles muss Gehalt sein
Hier ist der Trick, den manche GGF nicht verstehen: Es muss nicht alles Gehalt sein. Wenn du 100.000 Euro verdienen willst, kannst du das in Komponenten aufteilen: 70.000 Euro Gehalt, 20.000 Euro bAV-Beitrag, 10.000 Euro Sachbezüge. Das ist wirtschaftlich gleichwertig, aber steuerlich sehr unterschiedlich. Das Finanzamt wird das nicht als vGA angreifen, weil jede Komponente eine betriebliche Begründung hat.
Die Dokumentation: Deine wichtigste Waffe
Die Dokumentation ist entscheidend. Wenn der Arbeitgeber (deine GmbH) ein Protokoll hat, in dem festgehalten ist, dass das Gehalt aufgrund eines Branchenvergleichs festgesetzt wurde, dann ist das Beweis für die Angemessenheit. Ohne solche Dokumentation wird es bei einer Prüfung eng.
Die praktische Formel (als Richtlinie, nicht Dogma)
Hier ist eine grobe Formel: Dein GGF-Gehalt sollte bei 10-20% der Unternehmensgewinne liegen. Das ist nicht exakt, aber es ist ein Anhaltspunkt. Für ein Unternehmen mit 500.000 Euro Gewinn wäre 50.000-100.000 Euro Gehalt dann angemessen. Für 2 Millionen Gewinn wäre 200.000-400.000 Euro angemessen. Das hält dich aus der vGA-Zone.
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