Das mathematische Dilemma: Körperschaftsteuer vs. Einkommensteuer
Du sitzt in deinem Büro und schaust auf die Jahresbilanz. Deine GmbH hat 150.000 Euro Gewinn gemacht. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt kommt die unangenehme Frage: Was machst du damit? Die klassische Wahl: Ausschütten oder in bAV stecken? Es gibt kein universelles 'richtig' - aber es gibt sehr viel 'falsch'.
Zunächst die Mathematik. Wenn du den Gewinn ausschüttest, zahlst du: Körperschaftsteuer (15 Prozent) + Solidaritätszuschlag + Gewerbesteuer = insgesamt circa 30 Prozent Gesamtlast. Das bedeutet: Von 150.000 Euro Gewinn bleiben dir 84.000 Euro privat übrig. Das ist schmerzhaft. Aber danach hast du das Geld, und es ist privat. Du kannst investieren, wohin du willst. Das gibt Flexibilität.
Die bAV-Illusion: Steuern sparen, Vermögen binden
Wenn du stattdessen 150.000 Euro in eine Pensionszusage (bAV) einzahlst, sparst du alle diese Steuern. Das Geld ist betriebliche Ausgabe - vollständig abziehbar von der GmbH-Einkommensteuer. Das klingt wie eine goldene Alternative! Aber: Das Geld ist danach gebunden. Du kannst nicht einfach auf dein privates Altersvorsorge-Konto greifen, wenn du morgen einen Ferrari kaufen willst. Es ist reserviert - bis zur Rente.
Außerdem: Die Rente, die du später bekommst, wird voll versteuert. Das heißt: Die Steuerersparnis jetzt wird zu einer Steuerschuld später. Es ist eine Verschiebung, keine Ersparnis. Wenn dein Grenzsteuersatz jetzt bei 40% liegt und im Alter bei 30%, dann ist die bAV vorteilhaft. Wenn er aber gleich bleibt oder steigt? Dann war die bAV nicht so klug.
Die strategische Frage: Wie viel brauchst du liquid?
Die echte Antwort hängt davon ab: Wie viel Geld brauchst du tatsächlich sofort privat? Wenn du ein Haus kaufen oder ein Projekt starten willst, brauchst du Liquidität. Dann ausschütten - auch wenn's teuer ist. Wenn du aber finanziell stabil bist und deine Rente aufbauen willst, dann ist bAV attraktiv.
Die optimale Strategie: Kombiniert denken
Die beste Antwort ist fast immer: Teil es auf. Zahle beispielsweise 80.000 Euro in bAV ein (davon sparst du etwa 35.000 Euro Steuern), und schütte die restlichen 70.000 Euro aus (nach Steuern bleibend dir etwa 39.000 Euro). Das balanciert deine Steuern, sichert deine Rente und gibt dir Liquidität. So machst du beide Instrumente sinnvoll.
Die Falle: Zu viel bAV, zu wenig Beweglichkeit
Viele GGF machen einen Fehler: Sie zahlen maximal in bAV ein (über 60.000 Euro pro Jahr sind möglich) und glauben, sie hätten viel Steuern gespart. Aber dann sitzen sie mit keinen privaten Mitteln da und können nicht reagieren auf Chancen oder Notfälle. Das ist keine Strategie, das ist Gefängnis.
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