2026: Die neuen Grenzwerte kennst du vermutlich nicht
Jedes Jahr ändern sich die Grenzen für die Entgeltumwandlung. 2026 darfst du bis zu 338 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei umwandeln (4 Prozent der BBG von 101.400 Euro). Darüber hinaus kannst du bis zu 676 Euro monatlich steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig umwandeln (8 Prozent der BBG). Das sind deine aktuellen Spielräume.
Die meisten Arbeitnehmer kennen diese Grenzen nicht. Sie sparen entweder viel zu viel (und zahlen dann überraschend Rentenversicherung) oder viel zu wenig (und lassen Chancen liegen). Die richtige Strategie beginnt mit: Was darfst du maximal tun, ohne dass dich Sozialversicherung beißt?
Das 4%-Limit und warum es wichtig ist
Die 338 Euro (4 Prozent der BBG) sind nicht willkürlich. Dahinter steckt eine Grenze: Bis 338 Euro sparst du Steuern UND Sozialversicherung. Zwischen 338 und 676 Euro sparst du nur noch Steuern. Über 676 Euro gibt es keinen Steuervorteil mehr.
Beispiel: Wenn dein Brutto 4.000 Euro ist und du 400 Euro umwandelst, sind 338 Euro steuer- und SV-frei. Auf die restlichen 62 Euro zahlst du zwar Sozialversicherungsbeiträge, aber sie bleiben steuerfrei (weil unter 676 Euro). Du verlierst also etwas gesetzliche Rente, sparst aber weiter Steuern.
Die Steuerersparnis: Wie viel spart du wirklich?
Das ist die attraktive Seite: Wenn du 300 Euro umwandelst, sparst du ca. 100 Euro pro Monat an Steuern und Sozialversicherung. Das ist real Geld, das du sonst in die Kasse brauchst. Über ein Jahr sind das 1.200 Euro Ersparnis. Für viele Arbeitnehmer ist das ein sehr gutes Angebot.
Aber — und das ist groß geschrieben — diese Ersparnis ist nicht kostenfrei. Sie ist ein Kredit der Zukunft. Im Ruhestand zahlst du Steuern auf die Betriebsrente und Krankenversicherung. Was heute 100 Euro Ersparnis ist, kann morgen 80 Euro Mehrbelastung bedeuten.
Fallstrick 1: Die Krankenversicherung im Ruhestand
Das ist die Bombe unter deinem Sparplan. Wenn du eine Betriebsrente bekommst, zahlst du ab 2024 volle Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge drauf. Das sind ca. 14,5 Prozent (Krankenkasse) plus Zuschlag für die Krankenkasse. Eine Betriebsrente von 500 Euro kostet dich dann 72,50 Euro monatlich nur für Versicherung.
Das bedeutet: Du sparst heute 100 Euro durch Entgeltumwandlung, zahlst aber morgen 70 Euro Krankenversicherung auf deine Betriebsrente. Die Rechnung sieht anders aus. Deshalb: Gute Beratung ist hier unbezahlbar.
Fallstrick 2: Überoptimierung
Manche Arbeitnehmer denken: Wenn 300 Euro gut sind, sind 500 Euro besser. Das ist falsch. Ab 338 Euro zahlst du wieder Sozialversicherung auf den Mehrbetrag. Das reduziert deine spätere gesetzliche Rente leicht. Die meisten Arbeitnehmer sollten mindestens die 338 Euro voll ausschöpfen — ob man darüber hinaus bis 676 Euro geht, hängt vom individuellen Steuervorteil ab.
Wann lohnt sich Entgeltumwandlung wirklich?
Lohnenswert ist sie, wenn: 1. Dein Arbeitgeber einen Zuschuss zahlt (das ist echtes Geld), 2. Du weit genug entfernt vom Rentenalter bist (je jünger, desto besser), 3. Du eine gute Rentierlichkeit erwarten kannst, 4. Du weißt, dass du die Rente ausgeben kannst (manche brauchen das Geld sofort). Wenn mehrere dieser Punkte nicht zutreffen, solltest du kritisch überprüfen.
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