PKV, bKV & Gesundheit
PKV, bKV & Gesundheit3 Min. Lesezeit

bKV als Gehaltsextra: Steuerfreier Sachbezug fuer deine Mitarbeiter

Die betriebliche Krankenversicherung als Gehaltsextra ist teilweise steuerfrei. Erfahre, wie du und deine Mitarbeiter davon profitieren.

Eine der groessten Missverstaendnisse im deutschen Steuerrecht betrifft Sachbezuege. Viele Unternehmer denken: Wenn ich meinen Mitarbeitern etwas Geldwertes gebe, muss das versteuert werden. Stimmt - aber nicht immer und nicht in vollem Umfang.

Die bKV ist ein klassischer Fall eines Sachbezugs mit Steuervorteil. Das bedeutet: Der Mitarbeiter erhaelt eine echte Leistung, ohne dass das Finanzamt zugreift - zumindest bis zu einem bestimmten Punkt.

Die magische Grenze: 50 Euro pro Monat

Das deutsche Steuerrecht kennt etwas Wunderbare: der Sachbezug bis 50 Euro pro Monat ist komplett steuerfrei und sozialversicherungsfrei. Das heisst: Wenn deine GmbH eine bKV mit einer Praemie von maximal 50 Euro pro Mitarbeiter pro Monat zahlt, kostet das dem Mitarbeiter praktisch nichts - keine Einkommensteuer, keine Sozialversicherung.

Das ist eine grossartige Konstruktion. Der Mitarbeiter bekommt echte Leistungen - Zahnversicherung, Heilpraktiker, Sehhilfen - und zahlt nichts dafuer, weil die GmbH es traegt. Die GmbH nutzt die 50-Euro-Grenze optimal.

Was passiert ueber 50 Euro?

Wenn die bKV-Praemie ueber 50 Euro liegt, wird es komplizierter. Dann muss der Mitarbeiter die Differenz versteuern. Beispiel: Die bKV kostet 100 Euro pro Monat. Der erste 50 Euro sind steuerfrei. Die restlichen 50 Euro muessen als Einkommen versteuert werden.

Das ist immer noch attraktiv fuer viele Unternehmen. Eine 100-Euro-bKV mit voller Steuer ist fuer den Mitarbeiter immer noch besser als ein 100-Euro-Gehaltsbonus - weil die bKV Versicherungsschutz ist, kein Geld, das einfach verdampft.

Die Berechnung fuer die GmbH: Wirkliche Ersparnis

Fuer die GmbH ist die bKV immer ein Schnappchen. Die Praemie ist eine vollstaendige Betriebsausgabe und mindert damit die Steuerlast. Beispiel:

Deine GmbH zahlt eine bKV-Praemie von 100 Euro pro Monat pro Mitarbeiter. Das sind 1.200 Euro pro Jahr pro Mitarbeiter. Die GmbH bekommt damit eine Kostenersparnis durch Steuereinsparungen (ca. 30-35 Prozent, je nach Steuersatz), also etwa 360-420 Euro pro Jahr.

Der Mitarbeiter? Der zahlt auf den vollen Sachbezug, aber nur, wenn er ueber 50 Euro liegt. Bei einer 100-Euro-Praemie zahlt er Steuern auf ca. 50 Euro, was je nach Steuersatz vielleicht 15-20 Euro kostet. Die Netto-Einsparung fuer den Mitarbeiter: ca. 80-85 Euro pro Jahr. Win-Win.

Praktisches Szenario: Wie sieht das aus?

Du hast 10 Mitarbeiter. Du fuehrst eine bKV ein mit einer Praemie von 60 Euro pro Monat pro Mitarbeiter. Das kostet die GmbH 7.200 Euro pro Jahr.

Fuer deine Mitarbeiter: Die ersten 50 Euro pro Monat sind steuerfrei (600 Euro pro Jahr steuerfrei). Die restlichen 10 Euro pro Monat (120 Euro pro Jahr) muessen versteuert werden. Bei einem Steuersatz von 42 Prozent kostet das den Mitarbeiter etwa 50 Euro pro Jahr in zusaetzlichen Steuern.

Aber: Der Mitarbeiter erhaelt echte Versicherungsleistungen - Zahnbehandlung, Heilpraktiker - im Wert von mindestens 60 Euro monatlich. Das ist eine enorme Wertschoepfung mit minimalem Netto-Kostenanteil des Mitarbeiters.

Worauf du bei der Dokumentation achten musst

Um die Steuerfreigeit zu sichern, musst du dokumentieren, dass die bKV tatsaechlich von der GmbH bezahlt wird - nicht vom Mitarbeiter abgezogen wird. Das heisst: Der Mitarbeiter empfaengt den Sachbezug, nicht die Zahlung.

Zweitens: Die bKV muss ganz oder teilweise vom Arbeitgeber getragen werden. Wenn der Mitarbeiter die volle Praemie selbst zahlt, entfaellt die Steuerbefreiung. Das ist wichtig: Der Vorteil kommt nur zustande, wenn die GmbH zahlt.

Die groesste Versuchung: Zu viel versprechen

Manche Unternehmer denken: Warum zahle ich nur 50 Euro? Ich zahle 200 Euro und biete viel mehr Leistung. Das ist strategisch falsch. Eine 50-Euro-bKV ist fuer deine Mitarbeiter deutlich attraktiver, weil sie komplett steuerfrei ist. Eine 200-Euro-bKV hat weniger psychologischen Wert, weil die Mitarbeiter die Steuern zahlen muessen.

Die Kunst ist: Optimale Leistung bei minimaler Steuerbelastung. Das ist meistens eine 50-80-Euro-bKV - gross genug, um echte Leistung zu bieten, aber klein genug, um die Steuerfreigeit optimal zu nutzen.

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