Praxis-Guides
Praxis-Guides3 Min. Lesezeit

bAV-Beratung: Was ein guter Berater kostet — und was ein schlechter dich kostet

Durchblick in bAV-Beratergebühren: Honorare, Provisionen, Gesamtkosten – praktische Übersicht für GGF

Die wahren Kosten von schlechter Beratung

Ein billiger Berater ist teuer. Das ist das zentrale Paradoxon bei bAV-Planung. Du kannst einen kostenlosen Versicherungsmakler nehmen, der dir eine Direktversicherung verkauft – und sparst 500 Euro an Gebühren, verlierst aber vielleicht 10.000 Euro über 20 Jahre in Steuernachteilen. Oder du zahlst 2.000 Euro für eine gründliche Analyse und sparst damit 30.000 Euro an Steuern und unnötigen Beiträgen. Das echte Kosten-Nutzen-Verhältnis ist nicht, was du zahlst, sondern was du durch schlechte Planung verlierst. Lass mich die verschiedenen Gebührenmodelle für dich durchleuchten.

Gebührenmodell 1: Reines Honorarmodell

Der Berater berechnet dir Stunden oder Pauschalgebühren, unabhängig von Produktverkäufen. Für eine umfassende GGF-Versorgungsplanung liegt das zwischen 2.000 und 5.000 Euro einmalig, je nach Komplexität. Jährliche Folgeberatung kostet 500–1.500 Euro. Vorteil: Maximale Unabhängigkeit. Der Berater hat kein Interesse, dir ein teures Produkt zu verkaufen. Nachteil: Du bezahlst direkt aus deiner Tasche, was anfangs schmerzt. Ideal für: GGF, die Wert auf maximale Neutralität legen und komplexe Situationen haben.

Gebührenmodell 2: Provisionsmodell

Der Versicherungsmakler oder Finanzmakler verdient durch die Provision des Versicherers oder Pensionsfonds. Die Provision ist üblicherweise 1–3 % des ersten Jahresbeitrags, plus 1–5 % der Folgejahre. Beispiel: Du sparst 50.000 Euro pro Jahr an. Die Provision beträgt 2 % im ersten Jahr = 1.000 Euro. Vorteil: Du zahlst keine direkte Gebühr. Der Makler wird aus Produktverkauf bezahlt. Nachteil: Anreize sind verzerrt. Ein teures Produkt mit hoher Provision ist für den Makler attraktiver als ein günstiges, aber besseres Modell für dich. Für dich heißt das: Du musst misstrauisch sein und hinterfragen, ob die Empfehlung wirklich zu dir passt oder nur zur Provisionsspanne des Maklers.

Gebührenmodell 3: Hybridmodell

Der Berater kombiniert: eine moderate Gebühr für die Beratung (500–1.500 Euro) plus eine geringere Provision (0,5–1 %) bei Produktimplementierung. Das ist oft das beste Modell. Der Berater hat Anreiz, dir gute Produkte zu empfehlen (wegen der Provision), aber auch finanzielle Unabhängigkeit durch seine Gebühr. Sein Interesse ist ausgewogen zwischen dem, was dir hilft, und dem, was er verdient. Für viele GGF ist das die süßeste Lösung.

Was kostet ein schlechter Berater dich in Wahrheit?

Szenario 1: Der kostenlose Makler. Er empfiehlt eine Standard-Direktversicherung, die über deine Versorgungslücke hinausgeht. Du zahlst 10 Jahre lang zu hohe Beiträge – 20.000 Euro zu viel. Die Rendite der Versicherung ist unterdurchschnittlich, kostet dich weitere 5.000 Euro Ertrag. Gesamtverlust: 25.000 Euro. Gebührte sparst du: 3.000 Euro. Rechnung: Minus 22.000 Euro.

Szenario 2: Der billige Berater übersieht eine profitable Anrechnung von bereits bestehenden Pensionszusagen. Das kostet dich 8.000 Euro Steuern mehr über die kommenden Jahre. Kosten gespart: 1.000 Euro. Rechnung: Minus 7.000 Euro.

Was investierst du in gute Beratung?

Für eine solide GGF-Versorgungsplanung solltest du zwischen 2.000 und 8.000 Euro investieren – je nach Komplexität deiner Situation. Ist dein Unternehmen einfach strukturiert und deine Finanzen unkompliziert, sind es eher 2.000–3.000 Euro. Hast du mehrere Gesellschafter, komplexe Verträge oder eine schwierige Steuersituation, sind es eher 5.000–8.000 Euro. Das ist keine Ausgabe, sondern eine Investition mit einem ROI von oft 500–1.000 %. Die beste bAV-Beratung zahlt sich selbst mehrfach zurück.

Sicherheitscheck: Wurde ich fair bezahlt?

Nach drei bis fünf Jahren solltest du eine ehrliche Bilanz ziehen. Hat die Beratung dir konkrete Vorteile gebracht – niedrigere Steuern, bessere Renditen, mehr Flexibilität? Oder verfolgst du immer noch eine Standard-Lösung ohne Optimierung? Gute Berater können dir diese Bilanz zeigen. Schlechte Berater verschwinden nach dem Verkauf oder sind unerreichbar für Fragen. Wenn du dich mit deinem Berater nicht wohlfühlst, wechsel. Das Recht dazu hast du jederzeit.

Bereit für den nächsten Schritt? Lass dich von Experten begleiten.

Kostenloses Erstgespräch: bav-check.com/termin

Ihre bAV-Struktur prüfen lassen

Fehler in der bAV-Struktur kosten Geschäftsführer über die Laufzeit häufig einen hohen sechsstelligen Betrag. Lassen Sie Ihre Struktur kostenfrei und unverbindlich prüfen.

Kostenloser bAV-Check