Die betriebliche Altersvorsorge kennt fünf gesetzlich geregelte Durchführungswege. Jeder hat eigene Regeln, eigene Steuergrenzen und eigene Vor- und Nachteile. In diesem Artikel bekommst du den kompletten Überblick — und erfährst, welcher Weg für deine Situation der richtige ist.
1. Direktversicherung
Die Direktversicherung ist der einfachste und beliebteste Durchführungsweg. Dein Arbeitgeber schließt eine Lebens- oder Rentenversicherung auf deinen Namen ab und zahlt die Beiträge. Steuerfreier Höchstbeitrag 2026: 338 Euro monatlich (4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze).
Vorteile: Einfache Verwaltung, portabel beim Jobwechsel, PSVaG-Schutz für Arbeitnehmer. Nachteile: Begrenzte Beitragshöhe, oft hohe Produktkosten, eingeschränkte Anlagefreiheit.
Geeignet für: Arbeitnehmer und nicht-beherrschende GGF als Basisabsicherung. Für beherrschende GGF allein fast nie ausreichend.
2. Pensionskasse
Die Pensionskasse funktioniert ähnlich wie die Direktversicherung — aber der Versorgungsträger ist eine spezielle Versorgungseinrichtung (meist in Form eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit). Die steuerlichen Grenzen sind identisch: 338 Euro monatlich steuerfrei.
Vorteile: Oft günstigere Verwaltungskosten als Direktversicherung, Regulierung durch BaFin. Nachteile: Gleiche Beitragsobergrenze wie Direktversicherung, weniger Anbieterauswahl.
Geeignet für: Große Unternehmen mit eigener Pensionskasse. Für kleine und mittlere GmbHs in der Praxis selten relevant.
3. Pensionsfonds
Der Pensionsfonds ist der jüngste Durchführungsweg (seit 2002). Er bietet mehr Anlagefreiheit als Direktversicherung oder Pensionskasse — mindestens die Summe der eingezahlten Beiträge muss aber garantiert sein (Beitragszusage mit Mindestleistung).
Vorteile: Höhere Renditechancen durch freiere Anlage, Auslagerung aus der Bilanz, PSVaG-Schutz. Nachteile: Gleiche Steuergrenzen wie Direktversicherung, höheres Anlagerisiko, weniger Anbieter.
Geeignet für: Unternehmen, die renditeorientiert anlegen wollen und bereit sind, das etwas höhere Risiko zu tragen.
4. Unterstützungskasse
Die Unterstützungskasse ist der heimliche Favorit für Besserverdiener und GGF. Der große Vorteil: Es gibt keine Beitragsobergrenze. Du kannst 10.000, 20.000 oder 50.000 Euro jährlich einzahlen — alles als Betriebsausgabe absetzbar.
Vorteile: Keine Beitragsobergrenze, voller Betriebsausgabenabzug, Kapital außerhalb der GmbH-Bilanz, guter Insolvenzschutz. Nachteile: Komplexer als Direktversicherung, Kosten für den Versorgungsträger.
Geeignet für: GGF und Besserverdiener, die mehr als 338 Euro monatlich steuerbegünstigt einzahlen wollen. In Kombination mit der Direktversicherung der Standardweg für GGF.
5. Pensionszusage (Direktzusage)
Die Pensionszusage ist der mächtigste und flexibelste Durchführungsweg. Die GmbH sagt dir direkt eine Rente zu und bildet Pensionsrückstellungen in der Bilanz. Keine Beitragsobergrenze, sofortige Steuerersparnis, maximale Gestaltungsfreiheit.
Vorteile: Keine Beitragsobergrenze, sofortiger Bilanzeffekt, maximale Flexibilität, Liquidität bleibt in der GmbH. Nachteile: Insolvenzrisiko ohne Rückdeckung, bilanzielle Belastung, hohe Komplexität.
Geeignet für: GGF mit hohen Einkommen und Gewinnen, die maximale Steuerersparnis und Flexibilität suchen. In Kombination mit einer Rückdeckungsversicherung die Königsdisziplin.
Der große Vergleich auf einen Blick
Beitragsobergrenze: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds — ja (338 Euro monatlich). Unterstützungskasse, Pensionszusage — nein (nur 75-Prozent-Grenze).
Steuerlicher Abzug: Alle fünf Wege — Betriebsausgabe. Aber nur bei Unterstützungskasse und Pensionszusage unbegrenzt.
Insolvenzschutz: Direktversicherung — ja (gehört dem Arbeitnehmer). Pensionskasse, Pensionsfonds — ja. Unterstützungskasse — gut (ausgelagert). Pensionszusage — nur mit Rückdeckung und Verpfändung.
PSVaG-Schutz für beherrschende GGF: Nein — bei keinem Durchführungsweg.
Komplexität: Direktversicherung — gering. Pensionskasse — gering. Pensionsfonds — mittel. Unterstützungskasse — mittel. Pensionszusage — hoch.
Welcher Durchführungsweg passt zu dir?
Die Antwort hängt von deiner Situation ab: Bist du Arbeitnehmer oder GGF? Wie hoch ist dein Gehalt? Wie hoch ist der Gewinn deiner GmbH? Welches Sicherheitsbedürfnis hast du?
Als Faustregel: Arbeitnehmer starten mit der Direktversicherung. GGF ergänzen um Unterstützungskasse und/oder Pensionszusage. Und alle sollten sich von einem unabhängigen Berater begleiten lassen.
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